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Das erste MalDas erste Mal hat fast immer etwas Besonderes, egal was man das erste Mal macht oder einem das erste Mal widerfahren ist. Jeder von uns erinnert sich an viele Ereignisse in seinem Leben, die er das erste Mal erlebt hat und die besonders in Erinnerung geblieben sind: vielleicht das erste Mal alleine verreisen, die erste Führerscheinfahrstunde oder die anschliessende erste Fahrt alleine mit einem Auto. Der erste Schultag, das erste Mal mit einem Flugzeug zu fliegen, das erste Mal, das ein wichtiger Mensch gestorben ist, der erste Kuss, der erste Liebeskummer. Es gibt nahezu unendliche Themen und sicherlich auch Geschichten dazu. Wie diese Erlebnisse waren und welche Gefühle man damals hatte und dabei jetzt noch hat, wenn man daran denkt, ist ein wichtiger Faktor für den jetzigen Umgang damit. Das erste Mal "prägt". Wie ist das erste Mal beim Frauenarzt? Auch daran wird sich wohl fast jede Frau erinnern. Die Vorstellung, dass man sich einem fremden Menschen relativ nackt anvertrauen soll, der Körperregionen untersucht, die von uns allen mit einer mehr oder weniger ausgeprägten Schamhaftigkeit behaftet sind ist für jeden komisch. Auf der anderen Seite steht aber die rein medizinische Sichtweise. Für den behandelnden Arzt, ist dies kein herausragendes Ereignis. Eine Brust ist rein medizinisch nicht spektakulärer als ein Arm. Eine Leber nicht aufregender als die grosse Bauchschlagader und eine Scheide nicht bemerkenswerter als ein Fingerknöchel. Wichtig ist aber, dass dem Arzt die Befürchtungen und auch die Scham der Patientin und erst recht der jungen Patientin bewusst sind. Uns ist dies bewusst. Als Konsequenz daraus ist der Umgang mit jeder Patientin, die sich nicht vertraut mit einem Frauenarzt fühlt ein besonders rücksichtsvoller. Ganz konkret ist der Ablauf meistens folgendermassen: Man kommt in die Praxis mit seiner Versicherungskarte. Man muss sich vorne anmelden und wird bei der Anmeldung auch nicht gefragt, warum man kommt. Meistens folgt eine gewisse Zeit im Wartezimmer. Wenn man aufgerufen wird ist dies zunächst zu einem ausführlichen Gespräch mit mir, der Ärztin. Dort schildert man einfach ganz normal, was der Grund dafür ist, warum man kommt. "Tabus" gibt es dabei keine. Für jegliche Themen gibt es ganz sicher ein verständnisvolles Ohr. Bei minderjährigen Patientinnen gilt gegenüber den Eltern übrigens auch meine Schweigepflicht. Danach ist es wichtig, dass ich bestimmte Fragen stelle, z.B. ob Vorerkrankungen bestehen, regelmässig Medikamente eingenommen werden und ähnliches. Falls eine Untersuchung notwendig ist, würde man in eine Umkleidekabine gehen und je nachdem Unterkörper oder Oberkörper entkleiden. Falls gewünscht kann die Untersuchung auch ohne die Arzthelferin sein, da man sich vor mehreren Leuten meistens ungerner nackt zeigt. Es gibt aber auch viele junge Mädchen oder Frauen, die ihre Freundin, Freund, Mutter, etc. mitbringen. Diese Begleitperson kann falls gewünscht auch gerne bei der Untersuchung dabei sein. Die Untersuchung der Genitalorgane auf dem gynäkologischen Stuhl ist wahrscheinlich in der Vorstellung der unangenehmste Teil - für mich als Frauenärztin jedoch eine völlig normale Untersuchung. Schmerzhaft ist diese Untersuchung übrigens nicht. Abschliessend bespricht man sich meistens noch über das Ergebnis der Untersuchung und erhält eventuell ein Rezept oder Folgetermin. Und verlässt - dabei bin ich mir bei uns sicher - die Praxis mit dem für die Zukunft wichtigen Gefühl, dass dieser erste Besuch beim Frauenarzt völlig o.k. war. |
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